Der Siegeszug der Kartoffel im Pustertal

Der Siegeszug der Kartoffel im Pustertal

Was die Spargel für Terlan und die Erdbeere für das Martelltal sind, das ist die Kartoffel für das Pustertal: ein Qualitätsprodukt, das mit dem Territorium stark verwurzelt ist. Das Pustertal bietet nicht nur die idealen klimatischen Bedingungen für den Anbau der Kartoffel, auch die kulinarische Verwendung der wertvollen Knolle blickt im grünen Tal auf eine lange Historie zurück.

Das aus Amerika stammende Gemüse fand, laut Autor des Bestsellers „Das kulinarische Erbe der Alpen“ Dominik Flammer, im Alpenraum seine erste Heimat auf dem europäischen Festland und bereicherte schneller als in anderen Regionen Europas die Speisepläne unserer Vorfahren. Im Kloster Sonnenburg in St. Lorenzen im Pustertal wurde die Knolle beispielsweise schon 1709 angebaut. Zuerst verdrängte die Kartoffel in vielen Alpenregionen die allabendlichen Bohnen- und Muasgerichte und wurde dann bei unseren Schweizer Nachbarn vor Allem in Form von Rösti zum Frühstück genossen. Im ostalpinen Raum begannen die Kartoffelknödel ihre getreideteigigen Vorgänger mehr und mehr abzulösen und ab dem 18. Jahrhundert wurden erstmals Kartoffel-Gnocchi hergestellt.

Immer anders, immer gut
Damals erkannte man Schritt für Schritt, was wir heute wissen: Kartoffeln sind unglaublich vielseitig und können sehr unterschiedlich zubereitet werden. Ob im Ofen gegart, in der Pfanne angebraten, im Salzwasser gekocht, im Öl frittiert oder im Kuchen gebacken – die Kartoffel schmeckt immer anders aber immer fein. Dies ist Grund genug, die regionalen „Puschtra Erdepfl“ einmal im Jahr in den Mittelpunkt des kulinarischen Angebots zu stellen und Einheimische sowie Gäste mit verschiedensten Kartoffelspezialitäten zu begeistern. Während der „Puschtra Erdepflwochn“ bereiten die teilnehmenden Gastbetriebe überlieferte Rezepte aus „Großmutter-Zeiten“ zu, die alte Kindheitserinnerungen wecken, sowie erfinderische Neuinterpretationen der besonderen Knolle.

Verblüffende Fakten über die Kartoffel

Kartoffelpüree

Für das beste Kartoffelpüree der Welt braucht es Mut zur Butter.
Der „Koch des Jahrhunderts“, dessen Restaurants insgesamt 30 Michelin-Sterne auszeichneten, wurde ursprünglich durch sein legendäres Kartoffelpüree weltbekannt. Joel Robuchon verwendete für sein schaumig weiches Püree, anders wie die meisten Köche, kleine festkochende Kartoffeln. Zudem revolutionierte er das Verhältnis zwischen Kartoffel und Butter, indem er sie Eins zu Eins mischte und sie so zu gleichberechtigten Partnern machte.

Kartoffel – ein Helfer in jeder Not

  • Knollensaft gegen Sodbrennen
    Schon vor rund 100 Jahren preiste der Zürcher Arzt Maximilian Bicher-Benner frisch gepressten Kartoffelsaft als wirksames Heilmittel gegen Magenbeschwerden an. Jahre später wurde wissenschaftlich belegt, dass der Saft besonders wirksam bei Sodbrennen ist. Vor den giftigen Stoffen Solanin, die in den Kartoffeln enthalten sind, sollte man keine Angst haben. Moderne Sorten enthalten sehr viel weniger Solanin und gerade diese geringen Dosen tragen zur arzneilichen Wirkung auf den Magen bei.

  • So bleibt Brot länger frisch
    Brot trocknet nicht so schnell aus, wenn man in den Brotkasten einige rohe Kartoffeln legt. Durch die natürliche Verdunstung der Kartoffel wird Feuchtigkeit an das Brot abgegeben.

  • Effizienter Unkrautbekämpfer und Dünger
    Das ungesalzene Kartoffelwasser enthält viel Kalium und wertvolle Vitamine und kann hervorragend als Dünger für den Garten eingesetzt werden. Dem Unkraut im Garten kann man hingegen mit dem noch heißen ungesalzenen Kochwasser zu Leibe rücken.

  • Ein Tipp für verliebte Köche
    Jeder kennt das Sprichwort: „Ist die Suppe versalzen, so ist die Köchin oder der Koch verliebt“. Doch nicht jeder weiß, dass eine versalzene Suppe mit Hilfe einer rohen Kartoffel gerettet werden kann. Dazu gibt man die geschälte Kartoffel in den Suppentopf und kocht sie mit. Wie ein Schwamm saugt das goldene Gemüse das Salz in der Suppe auf.

Hervorragende Weine zu herrlichen Kartoffelgerichten

Kellerei Meran

Während der Puschtra Erdepflwochn servieren die Gastbetriebe folgende Weine der Kellerei Meran, die besonders gut mit Kartoffelgerichten harmonieren:

  • Der Weißburgunder „Festival“ besticht mit seinem frischen Duft nach grünen Äpfeln. Im Geschmack präsentiert sich dieser Weißwein reichhaltig und ausgeglichen, mit betont lebhafter Fruchtsäure. Ein perfekter Begleiter zu leichten Kartoffelspeisen, wie Teigtaschen, Salaten mit Fisch oder Geflügel oder anderen Vorspeisen.

  • Der Blauburgunder „Festival“ erfreut mit einer feinen und frischen Note von roten Früchten, wie Kirsche und Himbeere. Ein gut strukturierter Rotwein, mit griffigen Tanninen und feinem, weichem Abgang. Dieser Wein ist ein perfekter Begleiter zu Kartoffelgerichten mit Wild, Braten, Kaninchen und Hartkäse

Die Kellerei Meran vereint zwei Weinbaugebiete mit über 16 verschiedene Traubensorten, die zwischen dem Meraner Talkessel und dem Vinschgau beste Bedingungen vorfinden. Diese wundervolle Sortenvielfalt findet sich auch im abwechslungsreichen Weinsortiment der Kellerei Meran wieder.
Mit Wissen und Bedacht werden von der Kellerei Meran Standort, Bodenbeschaffenheit und die klimatischen Bedingungen überprüft, um für jede Sorte, für jede Rebe, den optimalen Standort zu finden. Die Arbeit der Weinbauern in den steilen Hängen und an den Terrassenanlagen war und ist bis heute harte Handarbeit.

Traditionelle Arbeitsabläufe treffen auf moderne und schonende Arbeitsmethoden, um das zu schützen was der Kellerei Meran am meisten am Herzen liegt: Es sind authentische Weine, die ihren „Wurzeln“ treu bleiben und von ihrer Herkunft erzählen. Weine, die den besonderen Charakter der Weinberge widerspiegeln, in denen die Trauben gereift sind. Kellermeister Stefan Kapfinger ist überzeugt, der Charakter der Trauben muss auch im Weinglas noch erkennbar sein.

In der Panorama-Önothek erwartet Sie eine erlesene Weinauswahl aus dem Meraner Raum und dem Vinschgau (MO-FR 8-19 Uhr/SA 8-18 Uhr). Bei einer Kellerführung erfahren Sie wie die Traube zum Wein wird und erleben außergewöhnlich gestaltete Kellerräume mit ihren verschiedenen Farbwelten (MI-FR um 15 Uhr, nur mit Voranmeldung).

WEINverliebt mit dem ersten Schluck.

www.kellereimeran.it

Das Herz des Kartoffelanbaus in Südtirol

Das Herz des Kartoffelanbaus in Südtirol

Die Pustertaler Bergkartoffeln sind aus der Südtiroler Küche nicht mehr wegzudenken. Von Röstkartoffeln, Kartoffelsalat und Kartoffelsuppe bis hin zu „Erdäpfelblattlan“ und „Gröstl“. Die Knolle bietet eine sehr abwechslungsreiche Zubereitungsmöglichkeit für jedermann. „Kartoffel: Morgens rund, mittags gestampft, abends in Scheiben, dabei will ich bleiben“, so lautet nicht umsonst das Zitat des bekannten deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe. Die Pustertaler Bergkartoffeln sind aber nicht nur unglaublich vielseitig, sie schmecken auch gut und sind besonders nährstoffreich. Sie bestehen zu 80% aus Wasser, haben einen äußerst geringen Fettgehalt und enthalten viel Vitamin C und Kalium.

Im Pustertal werden von den rund 106 Mitgliedern der Pustertaler Saatbaugenossenschaft jährlich 6.000 Tonnen Bergkartoffeln mit dem Qualitätszeichen Südtirol angebaut, die in drei verschiedene Kochtypen eingeteilt werden: „festkochend“ für Kartoffelsalat und Pellkartoffel, „vorwiegend festkochend“ für Suppen und Pommes Frites sowie „mehlig“ für Püree, Kartoffelteige und Nockerln. Doch besonders hohe Qualität macht die Pustertaler Bergkartoffeln einzigartig: Durch das günstige Klima und die Höhenlage der Felder bis auf 1.300 Meter wachsen die Kartoffeln langsamer und entfalten so ihren vollen Geschmack.

Eine weitere Besonderheit der Pustertaler Bergkartoffel ist der umweltfreundliche und nachhaltige Anbau. Bevor die Kartoffeln aus der Erde geholt und in die Genossenschaft gebracht werden, muss zuerst die Kartoffelstaude entfernt werden. Um aus Kosten und vor allem Umweltgründen so wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich verwenden zu müssen, setzt die Pustertaler Saatbau dabei auf die Krautschlägermaschine.

Neben Speise- und Saatkartoffeln vermarktet die Pustertaler Saatbaugenossenschaft auch noch Rohnen, Blumenkohl, Kopfkohl, verschiedene Salate und „Regiokorn“-Getreide, sowie handgepflückte Süßkirschen. Des Weiteren werden auch bereits vorgekochte, in Scheiben oder in Würfeln geschnittene und vakuumierte Kartoffeln produziert.
Der absolute Verkaufsschlager ist allerdings der „Original Pusterer Kartoffelsalat“, der frisch und servierfertig erhältlich ist. Besonders in den Sommermonaten eignet sich Kartoffelsalat hervorragend als Grillbeilage zu Wurst und Steak. Der Geschäftsführer der Genossenschaft, Hanspeter Felder, weiß „vor allem die gute Konsistenz und der besondere Geschmack unseres Kartoffelsalats überzeugt unsere Kunden“.

Mehr Infos unter: www.saatbau.it und www.suedtirolerspezialitaeten.com